Erlebnisse und Gedanken

Ich berichte hier von kleinen und größeren Ausflügen, die ich meistens am Wochenende unternehme. Aber auch das Leben als Transgender ist ein Thema des Blogs. Er hat ansonsten keine spezielle thematische Ausrichtung und ist offen für alle Themen.

Auf dem Weihnachtsmarkt in Konstanz


Michaela im Sportgeschäft
Ursprünglich hochgeladen von Michaela-W
Alle Jahre wieder ist es so weit und die Weihnachtsmärkte eröffnen ihre Tore. Letztes Wochenende am 28.11.2009 war es auch in Konstanz so weit. Farah und ich haben dem Weihnachtsmarkt in Konstanz einen Besuch abgestattet. Er ist meiner Meinung nach der schönste und größte seiner Art hier am Bodensee. Die vielen unterschiedlichen Stände stehen auf der Marktstätte, teilweise auch in der Unterführung zum See und dann auch noch im Hafenareal. Hier findet man alles Mögliche, von Seife, Socken, Strickwaren, Hüte und Mützen bis hin zu Maronen, Würstchen und natürlich den obligatorischen Glühweinständen.

Natürlich waren wir nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt, denn auch die vielen Geschäfte in Konstanz sind auf das kommende Ereignis eingestellt. Das Lago, eine große Einkaufsmall, war mit den bereits aus dem Vorjahr bekannten Modellen von bekannten Gebäuden aus der Region bestückt. Aber auch das Karstadt, das C&A, die Osiander Buchhandlungen, der Douglas Laden und die vielen anderen kleinen und großen Geschäfte in Konstanz haben sich weihnachtlich heraus geputzt.
Farah unter dem Weihnachtsbaum
Farah unter einem Weihnachtsbaum
Ursprünglich hochgeladen von Michaela-W
Als wir aus dem Lago kamen, haben wir auch noch ein neues Sportgeschäft entdeckt, wo das Foto von mir entstanden ist, wie man oben sehen kann. Farah habe ich natürlich auch noch abgelichtet, passend zur Weihnachtszeit steht sie unter dem großen Weihnachtsbaum, der vor dem Lago aufgestellt ist. Wie ihr sehen könnt, ist er ganz schön groß und wirklich ein Blickfang. Wir waren übrigens nicht die einzigen, die diese Kulisse zum Anlass nahmen, hier ihre Liebsten bzw. ihre Freunde und Bekannten abzulichten.

Wir haben, während wir den Weihnachtsmarkt besucht haben, auch noch ein kleines Video produziert. Hier könnt ihr mich und auch Farah sehen, wie wir den Markt besuchen.



Das Video haben wir am Tag gedreht, am Abend habe wir uns dann noch mit drei Freundinnen getroffen, ebenfalls Transgender. Wir sind dann nochmals über den Markt gegangen und anschliessend sind wir dann in ein nettes Restaurant gegagen. Hier waren wir das erste Mal. Es heißt Radieschen und das Ambiente hat mir sehr gut gefallen. Da ich bereits zu Mittag recht gut gegessen hatte, haben ich hier nur einen kleinen Salat bestellt, der mir sehr gut geschmeckt hat. Wir haben uns unter anderem auch über das Thema Transgender in der Öffentlichkeit unterhalten und uns darüber ausgetauscht, wie man die Situation und Akzeptanz verbessern könnte. Einer der Standpunkte war, daß man sich in die Öffentlichkeit wagen sollte und man bei Diskriminierungen bzw. anderen Problemen diese offen ansprechen sollte. Dies kann sicher dazu beitragen, daß die "normale" Bevölkerung merkt, daß wir auch ganz "normal" sind. Ja, ich weiß, die Meisten von uns versuchen nicht aufzufallen. Meistens gelingt dies auch, vor allem wenn man alleine unterwegs ist. Aber so wie jetzt am Samstag, wo wir zu 4. über den Weihnachtsmarkt gegangen sind, ist es schnell vorbei mit dem Unerkannt bleiben. Wir sind ja alle nicht gerade klein von Statur und wie man sich vorstellen kann, kommt da bei den Passanten sehr schnell der Verdacht hoch, daß wir keine "richtigen" Frauen sind. Entsprechend haben wir auch ein paar Reaktionen erlebt. Keine Negativen, nein im Gegenteil sogar eine durchaus Positive. Einer der Passanten kam zu uns und sagte, daß er unseren Mut bewundere. Letztendlich sind solche Aktionen wie ein Gruppenbesuch eines Weihnachtsmarktes durchaus gut für die Situation aller Transgender, egal ob Transvestit, Crossdresser oder Transident. Auch wenn nur eine kleine Anzahl von Menschen uns registriert hat, aber bei manchen löst es vielleicht doch eine Art von Verstehen und Akzeptanz aus, auch wenn es nur die Erkenntnis sein mag, daß es uns auch gibt und wir Teil der Bevölkerung sind.

Gastbeitrag von Farah: Der Mann meiner Träume

Hallo meine Lieben, heute werde ich euch etwas über meinen Wunschpartner erzählen:
Der Mann meiner Träume sollte groß, dunkelhaarig und temperamentvoll sein.
Gleichzeitig sollte er liebenswürdig und einfühlsam sein. Ich stelle mir vor wie er mich mit seinen braunen Augen einfühlsam ansieht und wie wir schöne Dinge unternehmen oder einfach zusammen die Zeit verstreichen lassen.
Mein Traumpartner sollte auch im Streit noch mit mir verbunden bleiben und er sollte in der Öffentlichkeit zu mir stehen und mich nicht verleugnen. Der Mann meiner Träume ist Fußballer oder zumindest Sportler und er macht sich für gesellschaftliche Randgruppen stark.
Wenn ich mir das so recht überlege habe ich glaube ich zuviel in den Fernseher gesehen. Meine Wunschvorstellung ist mit der Realität nicht zu vereinbaren. Dieser Mann wird wohl ein Konstrukt meiner Fantasie bleiben. Naja- ab und zu sind romantische Tagträume ja erlaubt
oder ?

Dies war mein letzter Gastbeitrag in diesem Jahr. Ich möchte mich bei allen Lesern und Leserinnen für die vielen lieben Hinweise und die bereichernde Kritik bedanken. Ich habe alle Kommentare gelesen und mich sehr darüber gefreut, auch wenn ich aus Zeitgründen nicht jedem bzw. jeder persönlich antworten konnte.
Ich hoffe ihr unterstützt meine Kolumne auch 2010 wieder, indem ihr weiter die Beiträge diskutiert und sie mit Lob und konstruktiver Kritik bewertet.
Ich wünsche euch besinnliche Tage und hoffe wir alle kommen gut ins Jahr 2010.
Liebe Grüße sendet euch Farah

... und vergesst nicht, auch für 2010 gilt: Die Würde des Menschen ist unantastbar !

Weltaidstag

AIDS ist schon lange keine Krankheit, die nur Randgruppen betrifft, sie ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Als Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts erstmals der Verdacht geäussert wurde, das es eine neue Infektionskrankheit geben könnte, die das Immunsystem des Menschen zerstört, wurde darüber sehr ausführlich und reisserisch berichtet. Damals waren fast nur Schwule und Drogenabhängige betroffen, weshalb die neue Krankheit damals auch "Schwulenpest" genannt wurde. Viele "normale" Menschen sahen deshalb auch kein Handlungsbedarf für sich, denn es betraf ja immer nur die Anderen.

Mittlerweile, ist die Krankheit aber nicht mehr auf die oben erwähnten Randgruppen beschränkt, sondern sie kann Jeden bzw. Jede von uns befallen und es gibt eben bis heute noch keine Behandlungsmethode, mit der man sich heilen lassen kann. Klar, es wurden bis heute schon einige Fortschritte in der Behandlung gemacht, aber letztendlich läuft es doch darauf hinaus, das Ausbrechen der Krankheit aufzuhalten.

Noch besser ist es natürlich, wenn man sich gleich gar nicht infiziert und auch hier hat sich seit dem ersten Auftauchen der Krankheit nichts geändert. Auch heute ist die beste Methode um sich vor AIDS zu schützen "Safer Sex", also der Geschlechtsverkehr mit Kondomen. Der größte Vorteil von "Safer Sex" ist, daß es nicht nur vor AIDS schützt, sondern auch vor allen anderen Arten von Geschlechtskrankheiten und vor Hepatitis B. All dies sollte Grund genug sein, seinen Verstand beim Liebespiel nicht ganz auszuschalten und darauf zu achten, daß man sich schützt. Also wenn dir dein Leben lieb ist, schütze dich und benutze Kondome.

Farah beim Weltaidstag
Farah beim Weltaidstag
Ursprünglich hochgeladen von Michaela-W
Heute zum Weltaidstag fand in der Dreifaltigkeitskirche in Konstanz eine Andacht statt. Dort hat auch der LGBT Chor aus Konstanz, die Wehnüsse einen Auftritt gehabt. Ich erwähne dies, da Farah, meine Freundin und unsere transidente Reporterin bis letztes Jahr in diesem Chor mitgesungen hat.

Gastbeitrag von Farah: Ein schöner Geburtstag

Heute war einfach ein herrlicher Tag. Eine gute Bekannte (Mann-zu-Frau Transgender) hat mich heute besucht. Sie hat sich bei mir geschminkt und umgezogen, da sie in ihrem Ort noch nicht geoutet ist und in der männlichen Rolle leben muss. Wir haben zusammen ihren Geburtstag gefeiert: Wir waren shoppen, essen und sind über den Weihnachtsmarkt in Konstanz gebummelt.
Sie war so glücklich und durfte ganz Frau sein. Es war so schön sie so zu sehen. Sie strahlte Harmonie und Frieden aus. Nur das Abschminken und Umziehen und das damit verbundene Zurückkehren in die männliche Rolle bzw. Fassade hat ihr und natürlich auch mir weh getan. Man leidet als gute Freundin ja doch immer ein bischen mit wenn man merkt, dass gewisse Dinge der
Freundin schwer fallen bzw. nicht gut tun. Aber vielleicht wird sie sich irgendwann nicht mehr abschminken müssen. Sie ist eine starke Frau und wird ihren Weg gehen.

Ganz liebe Grüße sendet euch Farah

...und vergesst nicht: Die Würde des Menschen ist
unantastbar !

Interviewgäste gesucht

Wir suchen mutige Transgender, die sich trauen vor der Kamera offen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse als transidente Menschen zu berichten. Schön wäre es wenn du Mann-zu-Frau oder Frau-zu-Mann Transident wärst. Es sind natürlich auch alle anderen Persönlichkeiten willkommen, die nicht in das übliche Geschlechtermodell passen, bzw. sich als Queer einstufen würden. Hauptthemen des Gesprächs werden Fragen zu deiner Geschlechtsidentität, deinen persönlichen Erlebnissen mit Diskriminierung, sowie ein Einblick in deine Gefühlswelt sein.

Sinn und Zweck des Ganzen soll sein:
  • Wir möchten mit den Interviews einer breiteren Öffentlichkeit die Situation von Transgendern oder anderen Menschen, die nicht ins zwei Geschlechtermodell passen, näher bringen.
  • Ziel ist es durch Wissensvermittlung, die Akzeptanz für Transgender in der Bevölkerung zu erhöhen (Wissen baut Vorurteile ab).
  • Wir hoffen, anderen Transgendern, die bis jetzt nur im Verborgenen ihre wahre Identität ausleben konnten, Mut zu machen, sich von ihren Ängsten zu lösen, damit sie einen für sich passenden Lebensstil finden können, welcher es ihnen ermöglicht, ihre Gefühle auszudrücken.
Wir haben dazu auch ein Video produziert, wo Farah, unsere transidente Moderatorin, den Interviewaufruf noch einmal wiederholt. Schaut es euch an und macht euch selbst ein Bild:



Wenn du dich angesprochen fühlst, dann scheibe uns bitte. Du kannst entweder Farah kontaktieren oder mich. Meine eMail Adresse lautet: lkosn@yahoo.de, die eMail Adresse von Farah: oneillnever@yahoo.de.

Damit du dir ein besseres Bild machen kannst, wie das Ganze zum Schluß aussieht, hier alle bisher produzierten Interviews und Blogbeiträge:

Gastbeitrag von Farah: Enttäuschung nach dem ersten Augenblick

Oft sehen männliche Wesen meine Fotos oder ich begegne
ihnen im Vorübergehen auf der Straße. Nach dem ersten
Blick, der immer von Sympathie und meist einem Lächeln
begleitet wird, folgt der zweite Blick, dieser ist
kritisch, oft abwertend und meist von heruntergezogenen
Mundwinkeln begleitet.
Wohl bemerkt diese Blicke erfolgen von Seiten der
männlichen Wesen ich reagiere meist gar nicht mehr
weder auf das Lächeln noch auf den darauffolgendenden
abwertenden Gesichtsausdruck der Männer und Jungen.
Teilweise kann ich die männlichen Wesen verstehen: Sie
haben eine hübsche Frau gesehen und auf einmal
verwandelt sich diese Frau für sie in ein Alien, eine
Teufelin jedenfalls in etwas das keine Freude mehr
hervorruft. Sie haben eine Frau gesehen und realisieren
dann, dass sie es mit einer transidenten Frau zu tun
haben. Im Klartext heißt das: Mein Kinn ist etwas
markanter als bei Bio-Frauen und meine Stimme ist etwas
rauchiger, obwohl ich keinen Alkohohl trinke.
Vielleicht sind auch meine Bewegungen anders als die
von Bio-Frauen. Manchmal weiß ich selbst nicht was mich
von Bio-Frauen unterscheidet. Aber irgendetwas muss an
mir sein, das mich eindeutig als transidente Frau zu
erkennen gibt.
Nachdem ich sozusagen als transidente Frau erkannt
worden bin beginnen die Männer unsicher zu werden, ihre
eigene Identität bzw. ihr Gefühlsleben kommt ins
Schwanken. Diese Unsicherheit macht Angst und diese
Angst wiederum erzeugt negative Gefühle und diese
bekomme ich dann in Form von bösen Blicken zu spüren.
Manchmal würde ich mir wünschen sie würden mich gar
nicht erst wahrnehmen.
"Jungs und Männer- ein kleiner Hinweis falls wir
uns das nächste Mal begegnen versucht einfach weiter zu
lächeln, egal ob ihr nun mit mir zurecht kommt oder
nicht. Denn ihr solltet es nicht glauben auch ich bin
ein Mensch und habe Gefühle und es tut mir sehr weh
angelächelt zu werden und im nächsten Augenblick mit
Verachtung bedacht zu werden."
Dieser Tipp gilt natürlich auch für weibliche Wesen,
denen ich begegne. Im Sinne der Gleichberechtigung
sollten mich natürlich auch Frauen und Mädchen weiter
anlächeln, selbst wenn sie mich eben als transidente
Frau erkannt haben.
Wie schön wäre es durch eine Stadt voller Menschen zu
laufen, die einen alle nur anlächeln. Ich weiß es sind
Träume, aber sagt man nicht auch Träume können eines
Tages wahr werden. Man muss nur fest an sie glauben.

Alles Liebe sendet euch Deutschlands erste transidente
Moderatorin Farah

...und nicht vergessen: Die Würde des Menschen ist
unantastbar !

Gastbeitrag von Farah: Wo ist die Intimität geblieben ?

Kennt ihr diese Tage, an denen man sich einfach nur
schwach bzw. wie unter einer dicken Daunenjacke fühlt,
unter die es keine Wärme und nur sehr wenige Gefühle
schaffen ? Ich nenne solche Tage meine Aquariumtage.
An solchen Kalendertagen fühle ich zwar und nehme auch
Emotionen anderer Menschen wahr, aber eben nur schwach
bzw. wie gefiltert. Ich weiß an solchen Tagen nicht, ob
ich die Welt aus einem Aquarium heraus betrachte oder
ob ich quasi in die Welt wie in ein Aquarium
hineinblicke. Ich weiß nur: Alles fühlt sich langsam an
und ich fühle mich schwach.
Die meisten Menschen beschreiben Depressionen mit
Traurigkeit, Gefühlslosigkeit, Regen, verdunkelter
Seele usw. bei mir ist einfach nur alles langsam und
langweilig. Manchmal bin ich an diesen Tagen auch von
zu viel Energie z. B. durch Kinderlachen oder Menschen,
die viel Energie besitzen einfach nur abgeschreckt.
Aber Menschen, die selbst Depressionen haben schrecken
mich noch viel mehr ab an solchen Aquariumtagen.
Und man sollte mich an solchen Tagen auch nicht
bedrängen und Dinge fragen wie " Was ist denn los
mit dir ? " usw.
Eigentlich wünsche ich mir an solchen Tagen nur echte
Initimität: Einen fröhlichen, einfühlsamen Menschen,
der mich langsam ganz behutsam mit Wärme und Liebe
beschenkt und der meine Seele, die sich zum Ausruhen
ins nasse Laub gelegt hat wieder mit Kraft befüllt.
Ich durfte einen so wunderbaren Menschen per Telefon
kennenlernen. Sein Name ist Kala.
"Kala, deine Freundin kann sich glücklich schätzen
dich an ihrer Seite zu wissen. Ich danke dir für unsere
kostbaren Momente am Telefon. Du hast mich nicht nur an
meinen Aquariumtagen glücklich gemacht."

Ich wünsche jedem Wesen auf Erden einen Telefonfreund
wie Kala.

Ganz herzliche Grüße sendet euch eure rasende
Reporterin Farah

... und vergesst nicht: Die Würde des Menschen ist unantastbar !

Bisherige Gastbeiträge von Farah:

Tiefpunkte

Traurigkeit umfängt mich,
zieht mich tief hinunter,
läßt keine anderen Gefühle zu.

Gedanken kreisen,
kreisen ohne Ende,
ohne Unterlass.

Verzweiflung macht sich breit,
Verlassenheit und Einsamkeit,
nur Leere bleibt nach der Traurigeit,
erlösende Leere.
Entschuldigt, dies ist kein Meisterwerk und nur ein Versuch meine heutige Gefühlslage ansatzweise auszudrücken. Es ist auch das erste Mal, das ich mich in dieser Form versuche und ich kenne auch nicht die Regeln um ein "richtiges" Gedicht zu verfassen, aber ich wage es trotzdem, da alles Andere, um meinen heutigen Tag zu beschreiben nicht passend wäre.

Kein Angst, mir geht es wieder etwas besser. Aber so Tage wie heute möchte ich nicht all zu oft erleben.

Transgender beim Backen eines Chrisstollens

Farah die rasende Reporterin Deutschlands erste und einzige Transgender Reporterin zu Besuch bei Michaela
Farah und Michaela
Ursprünglich hochgeladen von Michaela-W
Die rasende Reporterin Farah, Deutschlands erste und einzige Transgender-Reporterin war gestern bei mir zu Hause und gemeinsam haben wir ein kleines Video gedreht. Es wird gezeigt, wie ich einen Christstollen backe. Nun, ihr werdet euch jetzt fragen, was hat das Backen eines Christstollens mit der Thematik Transgender zu tun. Dem ersten Anschein natürlich nichts. Aber da das Backen von Weihnachtsgebäck, also sozusagen die Bereiche Küche und Herd auch heute noch zu den typisch weiblichen Rollenerwartungen gehört, haben wir uns gedacht, daß es sicher ganz interessant ist, euch zu zeigen, wie eine Transgender sich hier im Alltag anstellt und somit dem typisch weiblichem Klischee entspricht. Auch haben wir beim letzten Transgender-Euregio-Treff gemerkt, daß das Backen bei vielen Transgendern auf großes Interesse stösst, weshalb wir uns dieses Projektes angenommen haben. Letztendlich ist es aber egal, ob Mann oder Frau, Backen macht vielen Spaß ganz unabhängig vom Geschlecht. Hauptsache es macht Spaß und der Kuchen schmeckt nach dem Backen.

Schaut euch das Video an und macht euch selbst ein Bild davon, wie ich einen Christstollen backe. Das Rezept dazu findet ihr unten.


Transgender beim Backen eines Christstollens, 21.11.2009 from Michaela W. on Youtube.


Hier folgt also das Rezept. Es stammt von meiner Mutter bzw. aus einem Backbuch aus den späten 50er Jahren eines bekannten großen Nahrungsmittelkonzerns.

Teig:
500 g Weizenmehl,
1 Päckchen Backpulver,
200 g Zucker,
1 Päckchen Vanilin Zucker,
etwas Salz,
4 Tropfen Backöl Bittermandel,
1 Fläschchen Rum Aroma,
4 Tropfen Backöl Zitrone,
1 Messerpitze gemahlener Kardamom,
1 Messerspitze Muskatblüte,
2 Eier,
175 g Butter oder Margerine,
250 g trockener Quark (Topfen),
250 g Rosinen,
125 g Mandeln oder Haselnußkerne,
40 g Zitronat (Sukkade)

Zum Bestreichen:
50 g Butter oder Margerine,

Zum Bestreuen:
50 g Puderzucker

Mehl und Backpuler werden gemischt und auf ein Backbrett gesiebt. In die Mitte wird eine Vertiefung eingedrückt, Zucker, Gewürze und Eier werden hinein gegeben und mit einem Teil des Mehls zu einem dicken Brei verarbeitet. Darauf gibt man die in Stücke geschnittene, kalte Butter, den durch ein Sieb gestrichenen Quark, die gereinigten Rosinen, die gemahlenen Mandeln oder Haselnüsse und das in feine Würfel geschnittene Zitronat. Man bedeckt die Früchte mit Mehl, drückt alles zu einem Kloß zusammen und verknetet von der Mitte aus die Zutaten schnell zu einem glatten Teig. Sollte er kleben, gibt man noch etwas Mehl hinzu. Der Teig wird zu einem Stollen geformt und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech gelegt.

Backzeit: Etwa 75 Minuten bei schwacher Mittelhitze (175°C).

Sogleich nach dem Backen bestreicht man den Stollen mit zerlassener Butter (oder Margarine) und bestäubt ihn mit Puderzucker.


Das Rezept ist sehr einfach, wie ihr vielleicht gesehen habt, und der Stollen schmeckt sehr gut. Durch den Quark im Teig ist das Gebäck nicht so schwer wie ein original Dresdner Christstollen, der ja mit Hefe und ohne Quark gebacken wird. Mir hat jedenfalls der Stollen meiner Mutter immer sehr gut geschmeckt.

Transgender Day of Remembrance

Heute am 20. November wird der Transgender Day of Remembrance begangen. Dieser Tag wurde von Gwendolyn Ann Smith gegründet um an die Ermordung von Rita Hester im Jahre 1998 zu erinnern. Seit dem verbreitet sich dieser Gedenktag über die ganze Welt, um an all diejenigen Transgender zu erinnnern, die im letzten Jahr aus Hass und wegen bestehender Vorurteile gegenüber Transgendern ermordet wurden. Anlässlich dieses Gedenktages, zeige ich euch hier ein kleines Video, das von Linday Stone stammt und an all die ermordeten Transgender des Jahres 2009 erinnert:



Hier ist noch ein Video, das noch mehr Opfer der weit verbreiteten Ablehnung und Hass gegenüber Transgendern dokumentiert:



Mehr Informationen zum Transgender Day of Remembrance kannst du hier finden:
http://www.transgenderdor.org/

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